Sublimé

Sublimé

Foto: Sonja Angerer

Die Subli-Natives

(LARGE FORMAT 1/17) Schon zur Jahrtausendwende wurde bei Sublimé in Fulda der Sublimationsdruck gepflegt: zunächst im elterlichen Siebdruckbetrieb, später in einem Provisorium. Inzwischen sind Kerstin und Adrian Mazur längst in ihrer eigenen Profi-Produktion angekommen – das Unternehmen gilt deutschlandweit als renommierter Spezialist für die „drei großen Ts“: Textil-, Teppich- und Tapetendruck.

"Als wir damals den ersten Mimaki-Drucker geliefert haben, wusste in Deutschland noch kaum jemand, was Sublimations-Transferdruck eigentlich ist, und was man damit machen kann“, erinnert sich Joachim Rees. Er betreute Firmeninhaberin Kerstin Mazur mit seiner Firma Multi-Plot von Anfang an: „1999 oder 2000 ist das gewesen“, erinnert diese sich, „da habe ich meinen Vater überredet, in den Digitaldruck zu investieren.“

Nur zwei Jahre später machte sie sich mit ihrem Mann Adrian selbstständig, 2008 zog die inzwischen deutlich gewachsene Druckerei in eine Halle im Fuldaer Ortsteil Horas um. Mit mehreren Mitarbeitern produzieren sie dort textile Appli-kationen, Vorhänge, Banner – und immer öfter auch Tapeten im Sublimations-Transferverfahren. Im Sommer 2016 hat Multi-Plot bei Sublimé als jüngsten Neuzugang einen TS300P-1800 Textil-Sublimationsdrucker für Transferpapier bis 1,95 m (78 Zoll) Breite installiert. Er erreicht eine maximale Produktivität von 115 qm / h, die höchstmögliche Auflösung liegt bei 1.080 dpi. Bei Sublimé wird die Maschine allerdings in der Regel mit 720 dpi gefahren, „mehr ist bei unseren Anwendungen ohnehin praktisch nicht darstellbar“, sagt Kerstin Mazur. 

Zusammen mit dem Mimaki TS 34 bildet der Mimaki TS300P-1800 das Rückgrat der Produktion, außerdem gibt es noch einen Roland-Drucker für Rollen bis 102 Zoll sowie ein Dgen-Modell. Für Transfer und Fixierung haben Kerstin und Adrian Mazur in einen Heatjet- sowie kürzlich in einen Monti-Antonio-Hochleistungskalander für Rollen bis 2,50 m Breite investiert.  

Mit Partnern in neue Märkte

„Angefangen hat es eigentlich mit Soft-Signage-Applikationen für Tegut“, erinnertsich Adrian Mazur. Der Sublimations-Transferdruck, hoch-auflösend, mit kräftigen Farben und geruchlos, traf bei den gesundheits- und umweltbewussten Käufern der expandierenden Biomarkt-Kette einen Nerv. Bald darauf meldeten sich auch ortsansässige Ladenbauer und Raumausstatter, die Interesse an individuellen Textil- und Teppich-Applikationen hatten: „Bis heute erzielen wir einen großen Teil unseres Umsatzes mit solchen Aufträgen“, freut sich Kerstin Mazur. „Besonders beliebt sind derzeit Filzteppiche mit Kinder-motiven, aber auch unsere Tapeten.“

Auch die Velour-Variante mit 5 mm Florhöhe sowie die Schmutzfang-Matten mit individuellen Motiven werden stark nachgefragt. Durch die Kooperation mit den Kreativen vereinfachte sich der Markt-zugang für die Fuldaer, die ansprechenden Profi-Designs machten immer mehr Kunden neugierig. Sublimé kann sich derweil auf die handwerklich perfekte Umsetzung konzentrieren. „Kenner loben an unseren Velour-Teppichen das gute Druckbild und vor allem den hohen Grad der Durchfärbung“, berichtet Adrian Mazur stolz, „allerdings hat uns der Weg dorthin über die Jahre durchaus Geld, Zeit und Nerven gekostet.“ 

Qualität kommt durch Erfahrung

Denn beim Sublimations-Transferdruck sind Erfahrung und eine gewisses „Händchen“ für die Materie unabdingbar. Zwar arbeitet man auch bei Sublimé auf allen Materialien mit eigens erstellten ICC-Profilen. Das endgültige Ergebnis eines jeden Sublimationsdrucks kann man jedoch erst nach dem Transfer der Farben vom Papier auf den polyesterbasierten oder mit Polyester-Coating behandelten Untergrund bewundern – für Korrekturen ist es dann zu spät. Zumal die endgültige Farbentwicklung auch sehr stark vom Kalander abhängt.

Das Fenster der idealen Sublimations-Temperatur, also der Zeitpunkt, an dem die auf dem Papier getrocknete Tinte ohne Umweg über den flüssigen Zustand in ein Gas übergeht und sich in den Polyester-Fasern anlagert, ist nur wenige Grad groß. Jedes Zuviel oder Zuwenig kann deutliche Farbschwankungen hervorrufen. „Wir arbeiten daher nur mit den hochwertigen Original-Tinten von Mimaki sowie Qualitätspapieren von Coldenhove“, sagt Kerstin Mazur. „An unserem neuen TS300P-1800 gefällt uns ganz besonders, dass dieser mit einer für dünne Transfer-Papiere optimierten Zuführung sowie Panasonic-Textilköpfen ausdrücklich im Hinblick auf eine zuver-lässige und kostengünstige Produktion von Sublimationsanwendungen entwickelt wurde.“

Hidden Champion

Keine Frage, bei Sublimé kennt man sich aus mit dem Sublimationsdruck. Das hat sich längst auch bundesweit herumgesprochen, denn nicht nur Endkunden, sondern auch immer mehr Kollegen bestellen solche Anwendungen in Fulda: Über die Jahre hat sich das Unternehmen zu einem wahren „Hidden Champion“ gemausert. Und damit ist man in der geschäftigen Filz-Stadt Fulda in sehr guter Gesellschaft. 

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