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Dehnungs- bzw. Schrumpfungsverhalten von Inkjet Bedruckstoffen

Inkjet Bedruckstoffe, wie Papiere, Textilien, Vinylplanen, Folien und andere Materialien sind beim Bedrucken den Einflüssen von Feuchtigkeit und Wärme ausgesetzt. Den größten Einfluss auf das Schrumpfungs- bzw. Dehnungsverhalten eines Bedruckstoffes hat dabei die Wärmeentwicklung der zur Trocknung der UV-Tinte notwendigen UV-Strahler. (Strahlungswärme) Ziel dieser Abhandlung sollte es sein Informationen zum Thema Dehnungs- / Schrumpfungsverhalten zu erarbeiten und den Einfluss auf die Bildqualität zu dokumentieren.

Lagerung von Inkjet-Bedruckstoffen

Bedruckstoffe sollten laut Hersteller in der Regel kühl und trocken gelagert werden. Vor der Verwendung sollten sie jedoch an das Klima im Druckerraum angepasst sein. Die Akklimatisierungs-zeit einer Rolle dauert je nach Temperaturdifferenz zwischen Lagerraum und Druckerhalle unterschiedlich lange. Für die Praxis wird daher empfohlen zu bedruckende Medienrollen möglichst 24 Stunden vor deren Verwendung in die Druckerhalle zu bringen.

Einfluss von Feuchtigkeit auf die Maßhaltigkeit von Inkjet-Bedruckstoffen

Die Feuchtigkeit hat bei synthetischen Bedruckstoffen in Bezug auf die Maßhaltigkeit keinen nennenswerten Einfluss beim Bedrucken. Durch die Beachtung der oben genannten Lagerempfehlung ist die relative Luftfeuchtigkeit vernachlässigbar, sofern sie sich in einem normalen Bereich zwischen 30 bis 80% rel. Feuchte befindet.

Einfluss von Wärme auf die Maßhastigkeit von Inkjet-Bedruckstoffen

Beim Bedrucken von Inkjet-Medien durchläuft das Medium die Druckmaschine von der Abrollvorrichtung über den Drucktisch bis zur Aufwickelvorrichtung. Dabei wird das Medium im Bereich des Drucktisches mit UV-Tinte bedruckt, die gleichzeitig mittels UV-Licht getrocknet wird. Die UV-Lampen sind energieintensive Lampen, die neben der UV-Strahlung auch viel Wärme (ca. 60% der Eingangsleistung wird als Wärmestrahlung abgegeben) abstrahlen und so das Medium im Bereich des Drucktisches bis zu 60 bis 70°C aufheizen. Diese lokale Erwärmung des Mediums bedingt je nach Type eine Schrumpfung bzw. Dehnung desselben.

Einfluss von Dehnung und Schrumpfung auf die Bildqualität von Großformatdrucken

Je nach Bedruckstoff mit mehr oder weniger Maßänderung infolge Erwärmung wird die Bildqualität unterschiedlich stark beeinflusst. Sichtbar wird die Auswirkung hauptsächlich an den Bildrändern durch Unschärfe, unterschiedliche Körnigkeit und im Extremfall durch Stufigkeit vertikaler Linien. Durch die „Spot-Erwärmung“ durch die über das Medium fahrenden UV-Lampen, wird das Medium, je nach Druckrichtung, unterschiedlich gedehnt oder geschrumpft. Die Tintentropfen treffen dadurch je nach Druckrichtung an verschiedenen Positionen auf das Medium; Unschärfe und unterschiedliche Körnigkeit zwischen Bildmitte und Bildrand wird sichtbar. Im gezeigten Beispiel auf Blueback Paper sind die vertikalen Linien links und rechts etwa 2.5 mal so breit als jene in der Mitte das Bildes. Dehnung und Schrumpfung des Mediums verursacht neben anderen Einflussgrössen, wie exakter Medientransport, auch unregelmässige Vorschubschritte. Das wird in hellen oder dunklen Strichen im Abstand des Vorschubschrittes sichtbar. Werden die Störungen durch Dehnung / Schrumpfung des Mediums verursacht, so ist das Problem sehr schwer in den Griff zu bekommen. In so einem Fall muss auf möglichst konstante Druckbedingungen geachtet werden.

Vermeidung von Einflüssen auf die Dehnung und Schrumpfung von Bedruckstoffen für den Digitaldruck

Folgende Möglichkeiten zur Vermeidung von Problemen infolge Dehnung oder Schrumpfung des Bedruckstoffes werden empfohlen:

  • Einhaltung der Akklimatisierungszeit von mindestens 24 Stunden für den Bedruckstoff.
  • UV-Lampen auf die, für die Aushärtung der Tinte minimal mögliche Leistungsstufe einstellen.
  • Die Vakuum-Leistung des bei Durst Geräten gekühlten Drucktisches auf die für das Medium verträgliche, maximal mögliche Stufe einstellen.
    Die Kühlung des Drucktisches grenzt die Erwärmung desselben auf ca. 15-20 °C über Raumtemperatur ein.
  • Auf den Geradlauf des Mediums achten, sodass keine seitlichen Spannungen und keine unterschiedlichen Zugspannungen auftreten können.
  • Nach Möglichkeit Wärme-unempfindliche Medien verwenden.

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