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So schneiden Sie richtig: Echt schräg

KATZ DISPLAY BOARD (KDB) ist die richtige Wahl für Beschilderungen „Made in Black Forest“. Product Development Manager Scott Treick lässt sich von den LARGE FORMAT-Lesern über die Schulter schauen und erklärt, wie man das Material perfekt verarbeitet. In dieser Folge geht es um V- und Halb(tief)schnitte.

So schneiden Sie richtig: Echt schräg

Foto: Katz Group

Die KATZ DISPLAY BOARDs eignen sich sehr gut zum Bau von Displays, Aufstellern und  Verkaufshilfen. Denn sie sind belastbar, leicht und aus nachwachsenden Rohstoffen, also nachhaltig hergestellt. Die Boards haben einen attraktiven, hellen Kern, der zudem homogen ist. Deshalb können die Ränder in der Regel unbehandelt bleiben. Wellpappe oder Honeycomb-Material muss dagegen oft an offenen Schnittflächen veredelt werden. Ihren größten Vorteil aber spielen die KDBs nach dem Ende ihrer Verwendungsdauer aus. Denn sie können mit dem Papiermüll recycelt werden. Das ist in vielen Städten Europas kostengünstig oder gar kostenlos möglich. 

V-Cut und Half-Cut – was ist das eigentlich?

Sowohl Halb(tief)schnitte wie auch V-Cuts werden eingesetzt, um KDBs zu dreidimensionalen Formen zusammenzubauen. V-Cuts oder V-Schnitte sind dabei schräg, typischerweise im 45-Grad-Winkel angesetzt. Je nach Hersteller wird der V-Schnitt sogar noch einmal unterschieden: Zünd etwa bietet auch ein spezielles Messer für die Erstellung von Fine-Art-Passepartouts an. Dieses kann nur im 45-Grad-Winkel schneiden. Das V-Cut-Werkzeug von Zünd lässt sich dagegen auf  0, 15, 22.5, 30 sowie 45 Grad arretieren. Geschnitten wird an beiden Seiten des Bruchs, so dass das charakteristische „V“ entsteht. Dabei wird das KDB jedoch nicht ganz durchtrennt. Typischerweise stellt man die Schnitttiefe auf -0,2 mm (gemessen von der Materialunterseite). Je nach Winkel der beiden V-Schnitte lassen sich so Biegungen von 90 Grad und mehr erreichen, ohne dass die Deckschicht reißt oder spannt.  Der V-Cut liegt in der Regel „innen“, der  Betrachter sieht die Deckschicht und eine  „runde“ Ecke. Restmaterial bleibt übrig, der beim Falten Spannung erzeugt. Um diesem Phänomen entgegenzuwirken, haben einige Hersteller die Möglichkeit eingerichtet einen V-Cut mit Gap einzustellen. Dadurch wird der vorgesehene Schnittpunkt wieder getroffen. 

Alle großen Hersteller von Schneidetischen bieten spezielle Werkzeuge und passende Halter für den V-Schnitt an. Qualitätsanbieter wie Esko, Zünd und Bullmer haben KATZ DISPLAY BOARD getestet und Empfehlungen für unseren Cutting Guide ausgesprochen. Auf alle Fälle aber sind die günstigeren HSS (High Speed Steel)-Klingen für den V-Cut mit KDBs nicht geeignet. Sie werden schnell stumpf und schneiden dann eine schlechtere Schnittkante. Für V-Cuts muss die Oberfläche des Schneidetisches  nicht speziell präpariert werden, die übliche Filzunterlage genügt.

Half-Cut – es geht ums Ganze 

Während V-Cuts in einem Winkel (fast) durch das KDB schneiden, sind Halb(tief)schnitte senkrecht zur Oberfläche der Boards. Dadurch lässt sich das KATZ DISPLAY BOARD vom Schnitt wegklappen. Auch hier muss darauf geachtet werden, dass ein Rest von mindestens -0,2 bis -0,5 mm erhalten bleibt, der Schnitt also nicht ganz durch das KDB läuft. Ein Half Cut ist außen, man sieht also die Schnittkanten sowie das Innere des Boards: Der weiße Kern des KDBs ist hier besonders apart.

Für einen Halb(tief)schnitt ist kein spezielles Werkzeug oder Messer von Nöten. Am besten eignen sich hochwertige statische oder pneumatisch bzw. elektrisch oszillierende Messer, wie sie auch zum Durchschneiden von KATZ DISPLAY BOARDs eingesetzt werden. Für pneumatisch oszillierende Messer hat sich eine MDF-Platte als Unterlagen bewährt. Auch für Half-Cut-Anwendungen können Sie entsprechende Einstellungen in unserem Cutting Guide finden. 

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