Textildruck

Joe Rees über digitalen Textildruck und Sublimation

Die Produktivitätssteigerungen im digitalen Textildruck sind für die Hersteller von digitalen Drucksystemen ebenso wie für Verarbeiter eine große Herausforderung. Bei einer Informationsveranstaltung im Münchner Demo-Center von Mimaki erläuterte Joe Rees, Managing Direktor von Multi-Plot, Grundlagen des Textildruck und gab einen umfassenden Einblick in den Sublimationsdruck, der für Rees für optimale Qualität steht, auch wenn langfristig der Trend zum textilen Direktdruck gehen werde.

Eingangs der Veranstaltung begrüßte Matthias Wäckerle von Mimaki die Gäste im Demo-Center der deutschen Mimaki-Niederlassung. Wäckerle verwies darauf, dass Mimaki sich sehr intensiv die Anforderungen der Produzenten an digitale Drucksysteme vorgenommen habe und dass diese Aufgabenstellung bei der Entwicklung der aktuellen Generation von Inkjetdruckern berücksichtigt sei. So weise beispielsweise der neue Inkjetdrucker Mimaki TS55-1800 alle Voraussetzungen für eine 24-Stunden-Produktion auf. Dazu ist der TS55 mit 10 Kilogramm Tinte je Farbe ausgestattet und die Rollenzuführung ist geeignet, Transferpapier mit 180 cm Breite bei einer Länge von 2700 Laufmetern zu nutzen. Durch automatische Düsentests und die Kompensation möglicher verstopfter Düsen durch Nachbardüsen erschließe der TS55-1800 Textildruckern beim Thema Produktions-Effizienz eine neue Dimension der Wirtschaftlichkeit. Dass Mimaki den Sublimationsdruck nicht nur in der Theorie propagiert, zeigte sich nach den Vorträgen. Zusammen mit Fachleuten des Textilherstellers Georg+Otto Friedrich und dem Kalander-Hersteller Klieverik aus den Niederlanden druckten die Spezialisten auf Transferpapier und übertragen danach im Kalander die im Papier vorhandene Farbe auf Gewirke der Firma Friedrich.

Druckvorbehandlung für Textildruck

Das Thema Textildruck erläuterte Praktiker Joe Rees, der aufgrund langjähriger Erfahrung auch als Spezialist in diesem Segment gilt. Rees Ausführungen zufolge sichert eine Druckvorbehandlung die optimale Qualität im digitalen Inkjetdruck. Sie gewährleistet, dass die in der wässrigen Tinte gelöste Farbe konturenscharf aufgebracht wird und das Wasser in das Gewebe diffundiert und letztlich abtrocknet, während die in der Tinte gelösten Farbstoffe im Gewebe verbleiben. Aus diesem Grund werden folgende Textilien für den Inkjetdruck vorbehandelt:
• Polyester
• Viskose;
• Baumwolle
• Wolle;
• Seide.

Sublimation ersetzt Druckvorbehandlung

Beim Transferverfahren allerdings ersetzt das Transferpapier und der nachfolgende Sublimationsprozess die Vorbehandlung. Damit gewinnt man einen entscheidenden Vorteil: Der Druck auf das Transferpapier ist vollkommen problemlos. Da das Gewebe nicht direkt bedruckt wird, besteht auch keine Gefahr, dass sich die Stoffbahn beim Lauf durch den Drucker unter Feuchte-Einwirkung der Tinten verzieht oder verschiebt und dadurch das Druckbild unscharf werden könnte.

Direktdruck nur auf beschichteteh Textilien

Im Gegensatz zum Sublimationsverfahren, bei dem die Tinte wie beschrieben zuerst auf das Papier und dann auf das nicht beschichtete textile Medium sublimiert wird, benötigt man beim Direktdruck beschichte Textilien. Zudem sind je nach verwendetem Gewebe auch spezielle Tinten erforderlich und darüber hinaus das für Tinte, Gewebe und Drucker erstellte Farbprofil, um eine optimale Farbwiedergabe zu erreichen. Zwar entfällt ein wesentlicher Arbeitsschritt, nämlich der Druck auf Transfer-Papiere, dennoch stößt man mit dem Direktdruck auch auf die Tatsache, dass das Gewebe stärker durchdruckt wird, als beim Transferdruck. Rees stellte eine Reihe von Druckern aus Mimaki-Portfolio vor, die für unterschiedliche Anforderungen im Textildruck geeignet sind:
• Mimaki JV300-Serie;
• Mimaki TS30-1300;
• Mimaki TS300P-1800 / TX300P-1800;• Mimaki TS500P-320
• Mimaki TX500 / TS500-1800 
• Mimaki TS34-1800A
Doch weshalb ist Sublimation noch immer als Verfahren im Textildruck so sinnvoll? Letztlich weil Thermosublimation in der Druckqualität trotz der zwei Verfahrensschritte von Druck auf Transferpapier und anschließendem Durchlauf durch einen Heißkalander verschiedene Vorteile hat. Unter anderem weil der Übertrag der auf das Papier gedruckten Farbe in das Gewebe bei 190 bis 210 Grad Celsius innerhalb von etwa 60 Sekunden erfolgt und die gasförmig gewordene Farbe das Gewebe tief durchdringt. 

Farbsublimation, seit Jahrzehnten bewährt

Letztlich ist Farbsublimation keine Erfindung aus dem digital-Zeitalter, sondern wurde bereits in den 1970er Jahren angewendet, beispielsweise im Offsetdruck, im Siebdruck und auch im Flexodruck. Nachdem jedoch der Digitaldruck die Thermosublimation für den Fotomarkt (Chromaluxe) und für den Textildruck intensiv nutzt, haben die Papierhersteller auch eine breite Range an Thermosublimationspapieren im Angebot. Sie gibt es heute die Papiere für Thermosublimation für Kleinformate ab A4 für den T-Shirt-Druck und Rollenware von 42 cm Breite bis 320 cm Breite. Je nach Rollenlänge (bis zu 2700 m) wiegen die Rollen mit dem Sublimationspapier oft auch mehr als 150 Kilogramm. Zu dieser Formatvielfalt kommen diverse Ausrüstungsvarianten der Sublimationspapiere. So gibt es
• unbeschichtete Papiere für Thermosublimation;
• beschichtete Papiere für Thermosublimation mit und ohne Gasbarriere;
• Papiere für Thermosublimation mit microporöser Beschichtung;
• Selbstklebende Sublimationspapiere;
• Sublimationspapiere mit klebenden Transportbändern;
• Sublimationspapiere mit Funktion wie UV-Schutz sind in der Entwicklungsphase und bald kommerziell verfügbar
Wer als Verarbeiter in den Sublimationsdruck einsteigt, steht nicht nur vor der Frage, welches der aufgelisteten Medien seinen Anforderungen im Alltag genügt, sondern muß auch bei der Auswahl des Papiers darauf achten, dass das gewählte Sublimationspapier bestimmte Eigenschaften hat. Bei der Auswahl aus den verschiedenen Sublimationspapieren gilt es darauf zu achten, dass die Parameter für
• Trockung
• Randschärfe
• Transferzeit
• Transferrate
• Wellenbildung
• Tintenverbrauch
• Tintendurchdruck
• und dem Lauf im Kalander 
den Anforderungen im Produktionsalltag genügen.
Nach Vorträgen von Hendrick Igler ( Georg Otto Friedrich, und John Selfhout vom Kalander-Hersteller Klieverik gab es eine Reihe von Einzelgesprächen zum Thema Textildruck.
Eine ähnlich Veranstaltung findet unter dem Namen  „Textile Day“ am Mittwoch, 9. Oktober,  erstmalig mit und beim traditionsreichen Hersteller von Heimtextilien und Technischen Textilien, IBENA, in Bocholt statt.
https://www.largeformat.de/Service/Branchentermine/Wie-geht-Textildruck-Multi-Plot-informiert
 

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