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Lopec 2018: Zum Jubiläum viel Licht

Die Lopec Konferenzmesse für gedruckte Elektronik feierte ihre zehnte Ausgabe im ICM München standesgemäß mit einer ganz besonderen Geburtstagskarte und einer rekordverdächtigen Ausstellungsfläche. 

Lopec 2018: Zum Jubiläum viel Licht

Foto: S. Angerer

Bei der Pressekonferenz am 14. März konnte Wolfgang Mildner, General Chair der Lopec, der Runde an Fachjournalisten eine Erfolgstory präsentieren. Denn von den bescheidenen Anfängen in Frankfurt am Main mit gerade mal 50 Ausstellern und 600 Besuchern hat sich Lopec zu einem der wichtigsten Termine für Branchen-Insider und Interessierte am Thema Printed Electronic entwickelt. 2018 zeigten an den beiden Messetagen (14./15. März) 152 Aussteller ihre Waren und Services, davon kamen fast 60% aus dem Ausland: Hinter Deutschland waren vor allem Firmen aus den USA, Frankreich und Großbritannien vertreten. 

Einige davon, etwa Fujifilm Dimatix und die Felix Schöller Gruppe halten der Veranstaltung bereits seit den Anfangstagen die Treue. Mit der Zeit kamen die unterschiedlichsten Unternehmen hinzu, 2018 etwa waren unter anderem so unterschiedliche Firmen wie Ikea, SAP, SAP oder Jaguar/Landrover mit Besuchergruppen vor Ort oder schickten ihre Experten als Vortragende im Rahmen des mit 188 Präsentationen prallvollen Konferenz-Programms: Dr. Martin Lechner, bei der Messe München für neue Technologien verantwortlich, konnte ein Anwachsen der Ausstellungsfläche um nochmals 6% im Vergleich zu 2017 auf 1.600 Quadratmeter bekannt geben. Fast schien es am ersten Messetag, als ob das noch immer nicht genug sei. Denn auf in der vollgepackten Halle herrschte auf den Gängen stellenweise echtes Gedränge.

Von der Marktentwicklung zur Ideenschmiede

Als die 2004 gegründete Organic and Printed Electronic Association OE-A 2009 ihre erste Lopec organisierte, gang es vor allem darum, die Technologien und ihre neuen Möglichkeiten in der Industrie bekannt zu machen und so Kunden dafür zu gewinnen. In einer Roadmap gibt die Organisation, eine Arbeitsgruppe des VDMA, deshalb regelmäßig ihre Einschätzungen für die Zukunft bekannt. Die 7. Ausgabe für das Jahr 2018 und darüber hinaus stellte der Vorsitzende des Beirates, Dr. Jeremy Burroughes von der Universität Cambridge vor: Es sei klar erkennbar, dass es nicht mehr um die technischen Möglichkeiten geh, für die im Markt Anwendungen gesucht werden. Vielmehrkommen verstärkt Industriekunden auf Mitgliedsunternehmen mit konkreten Projektanfragen zu. Als wichtigste Segmente identifizierte er OLEDs zur Beleuchtung, organische Photovoltaik, flexible und OLED-Displays, Elektronik und Komponenten sowie integrierte smarte Systeme. 

2018 liegt das Marktvolumen bis knapp 35 Milliarden US-$, der Löwenanteil verteilt sich auf OLED-Displays und leitende Tinten. Binnen nicht einmal zehn Jahren soll es sich mehr als verdoppeln: Für 2027 soll es gut 73 Milliarden US-$ umfassen. Die höchsten Wachstumsraten werden bei flexiblen Schaltungen, Schaltkreise und Speicher sowie Sensoren erwartet. Da sich mit OLEDs und gedruckter Elektronik ganz neue Design-Ideen und Funktionalitäten verwirklichen lassen, erwartet man wachsende Nachfrage vor allem aus den Bereichen Automotive, Consumer Electronics, Healthcare, Internet Of Things, Verpackung sowie aus der Baubranche, wo intelligente Gebäudesteuerung in den letzten Jahren massiv an Bedeutung gewinnt. Das Fokus-Thema der diesjährigen Messe lautete „Wellbeing“, also sowohl Anwendungen der Gesundheitsfürsorge wie auch für Sport, Fitness sowie das allgemeine Wohlbefinden. 

Schlüsseltechnologie Inkjet

Wie wichtig Inkjet- aber auch der Siebdruck im Rahmen dieser Entwicklung ist, zeigte sich eindrucksvoll in der schon traditionellen Demo-Line. In diesem Jahr beteiligten sich unter anderem die Felix Schöller Group, Thieme und Adphos und produzierten eine eindrucksvolle Geburtstagskarte: hielt man ein modernes (Android)-Smartphone mit NFC an die gedruckte Silberantenne, so leuchteten zwei papierdünne LEDs grün auf. Das Thema leitende Tinten nahm naturgemäß auf der Schau einigen Raum ein: So präsentierte etwa Agfa-Gevaert Material Business ein neues System von leitenden und Nano-Silber-Tinten. Diese können mit handelsüblichen Inkjet-Köpfen, im Sieb- oder Flexodruck verdruckt werden, dank eines Spezial-Primers lassen sie sich auch direkt auf Papier, PET und Kunststoff sintern. Auch Module für die Trocknung bzw. Härtung von Tinten, Farben und Fluids waren gut vertreten: So stellten beispielsweise Adphos, die Dr. Hönle AG und Phoseon in München aus. 

In einer Branche, die so sehr auf fachübergreifende Zusammenarbeit angewiesen ist, kamen natürlich auch die Netzwerk-Möglichkeiten nicht zu kurz: über luden gemütliche Sitzecken zu informellen Treffen ein. Etwas „offizieller“ wurde es beim großen LOPEC Dinner & Award Show Dinner am Abend des 14. März: Dort wurden die Gewinner der mittlerweile achten “OE-A Competition“ bekannt gegeben. 

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